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Wer ich bin.
Ursprünglich hatten meine Eltern einen ganz anderen Vornamen für mich geplant. Als ich aber im Herbst 1974 mit
einem rabenschwarzen Schopf zur Welt kam, sagte die Geburtshelferin: „So ein schwarzes Kind kann nur Melanie heißen.“
Aus dieser Situation ergab sich für mich und meine Eltern zweierlei: Ich mache die Dinge anders als sie
erwarten und alles hat einen tieferen Sinn, auch wenn er nicht sofort offensichtlich ist.
Folglich lernte ich lesen, bevor ich sollte und las Dinge, die ich nicht durfte.
Mit Mühe schleppte ich mich bis zum Abitur, nur um unmittelbar danach der Kleinstadtenge des vormaligen
Zonenrandgebietes zu entfliehen. Ein Diplom in Sozialpädagogik schien eine vernünftige Lösung zu sein – doch all meine
Tätigkeiten in der Sozialpsychiatrie und der Altenpflege, im Deutschunterricht, in EDV-Kursen und in verschiedenen Beratungsstellen
hatten einen öden, grauen Beigeschmack.
Die Welt war viel zu interessant, um sich auf ein einziges Berufsfeld festzulegen. Ich wollte Wissen sammeln,
Neues lernen, geistig kreativ sein und meinen Wissensschatz und meine Erkenntnisse mit anderen teilen. Nachdem ich
eine Promotion wegen Inkompatibilität mit hierarchischen Systemen ausgeschlossen hatte, erinnerte ich mich an meinen
innigen Berufswunsch aus der Grundschulzeit: Schriftstellerin.
Nach einem recht flotten Start in meinen Traumberuf bin ich endlich glücklich. Jetzt kann ich Wissen anhäufen und
verteilen, mich kreativ fordern und gleichzeitig fremde und bekannte Menschen unterhalten. Und aus meinem schwarzen
Schopf sprießen noch immer Ideen, Geschichten und Anekdoten – manchmal auch geheimnisvoll, ganz wie die zweite
Bedeutung meines Vornamens verspricht …
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